Traumasensible Fortbildungen, Supervision und Beratung
für Fachkräfte, Teams und Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen
Traumasensible Arbeit beginnt mit einer Haltung
ZIELGRUPPEN
Traumasensible Fortbildungen
Diese Fortbildungen sind für Fachkräfte und Teams aus folgenden Arbeitsfeldern konzipiert:
Psychiatrie und Psychosomatik
Kinder- und Jugendhilfe
Wohnen und Eingliederungshilfe
Somatik, Intensivmedizin, Notaufnahme und OP
Forensik und Maßregelvollzug
Praxisanleitung und Ausbildung
FORTBILDUNGSANGEBOTE
Verstehen.
Unterstützen.
Begleiten.
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Aus meiner langjährigen Erfahrung in der Psychotraumatologie weiß ich, dass traumatische Erfahrungen zu intensiven Gefühlen von Ohnmacht und Verzweiflung führen können. Gleichzeitig sind die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung als normale Reaktionen auf extreme Belastungen zu verstehen, die evolutionsbiologisch dem Überleben dienen.
Der professionelle Umgang mit traumatisierten Patient*innen erfordert eine Balance zwischen der Validierung des Erlebten und dem behutsamen Aufzeigen neuer Handlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, Sicherheit, Selbstbestimmung und Kontrolle über das eigene Leben schrittweise zurückzugewinnen und – im besten Fall – an den traumatischen Erfahrungen zu wachsen.
Dieses Seminar unterstützt die Teilnehmenden dabei, zentrale Symptome und Zusammenhänge von Traumafolgestörungen zu verstehen. Im Vordergrund steht die Vermittlung von Stabilisierungs- und Distanzierungstechniken, um Handlungsmöglichkeiten zu erweitern, Hilflosigkeit zu reduzieren, Ressourcen zu stärken und Resilienzfaktoren zu fördern – im Sinne eines gemeinsamen, tragenden Umgangs mit dem Erlebten.
Inhalte
Theoretische Grundlagen der Psychotraumatologie
Grundlagen professioneller Kommunikation
Beziehungsgestaltung im Umgang mit Menschen mit PTBS
Stabilisierung als zentrales Aufgabenfeld
Stabilisierungstechniken
Distanzierungs- und Achtsamkeitsübungen
Triggeridentifikation und Krisenintervention bei
selbstverletzendem Verhalten
Suizidalität
Dissoziationen
Flashbacks
Fallbesprechungen aus der Praxis der Teilnehmenden
Entwicklung einer hilfreichen Haltung unter Berücksichtigung des eigenen Arbeitsstils
Erfahrungsaustausch
Selbstfürsorge und Psychohygiene
Rahmenbedingungen
Inhouse-Schulung
Max. 20 Teilnehmende
Dauer: 2 × 1 Tag à 8 Unterrichtsstunden
(ein zusätzlicher Reflexionstag nach 3–4 Monaten wird empfohlen)Format: digital oder in Präsenz
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Mitarbeitende des Pflege- und Erziehungsdienstes, Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeitende aus den therapeutischen Diensten, Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen.
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Der Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen, die Gewalt, Misshandlung, Vernachlässigung oder Missbrauch erfahren haben oder noch erfahren, stellt eine besondere Herausforderung für Fachkräfte dar. Anhaltende Traumatisierungen können das eigene Hilflosigkeitserleben verstärken und sowohl menschlich als auch fachlich an Grenzen führen.
Kinder und Jugendliche entwickeln häufig harte Überlebensstrategien, die zunächst irritierend oder herausfordernd wirken können. Diese Strategien gilt es zu verstehen und wertzuschätzen – erst dann werden Veränderungsprozesse möglich und Beziehung gestaltbar.
Dieses Seminar unterstützt die Teilnehmenden dabei, ein vertieftes Verständnis für diese Zusammenhänge zu entwickeln und einen sichereren, reflektierten Umgang mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und ihren Familiensystemen zu finden. Im Fokus stehen insbesondere Beziehungsdynamiken, selbstverletzendes Verhalten, Dissoziationen und akute Krisensituationen.
Inhalte
Theoretische Grundlagen der Psychotraumatologie
Folgen psychischer Traumatisierungen in der kindlichen und adoleszenten Entwicklung
Grundlagen professioneller Kommunikation
Beziehungsgestaltung mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und deren Eltern
Stabilisierung als zentrales Aufgabenfeld
Stabilisierungstechniken
Distanzierungs- und Achtsamkeitsübungen
Triggeridentifikation und Krisenintervention bei
selbstverletzendem Verhalten
Dissoziationen
Flashbacks
Transgenerationale Traumatisierung
Elternarbeit
Sekundäre Traumatisierung
Erfahrungsaustausch und Fallbeispiele
Selbstfürsorge und Psychohygiene
Rahmenbedingungen
Inhouse-Schulung
Max. 20 Teilnehmende
Dauer: 2 × 1 Tag à 8 Unterrichtsstunden
(ein zusätzlicher Reflexionstag nach 3–4 Monaten wird empfohlen)Format: digital oder in Präsenz
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Mitarbeitende des Pflege- und Erziehungsdienstes, Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeitende aus den therapeutischen Diensten, Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen.
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„Patientin XY manipuliert und spaltet das Team*“ – eine Aussage, die in der Arbeit mit Menschen mit einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ früher oder später häufig fällt. Sie ist Ausdruck der hohen emotionalen Belastung, die diese Arbeit mit sich bringt.
Fachkräfte bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Mitgefühl angesichts großen Leids und Gefühlen von Ärger, Ohnmacht oder Unverständnis bei Grenzverletzungen, Selbstschädigung oder suizidalem Verhalten. Diese Dynamiken fordern nicht nur individuell, sondern zeigen sich auch auf Teamebene: Während einige Mitarbeitende sich schützend vor die Patient*innen stellen, setzen andere stärker auf Abgrenzung und Regelkonformität. Nicht selten führen diese unterschiedlichen Haltungen zu konflikthaften, ergebnislosen Diskussionen im Team.
Was hilft im professionellen Umgang mit Menschen, die uns an persönliche Grenzen bringen?
Forschungsergebnisse zeigen, dass sich bei vielen Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung komplexe Traumaerfahrungen finden. Vor allem frühe, bedrohliche Beziehungserfahrungen – etwa durch Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung oder emotionale Verfügbarkeit von Bezugspersonen – prägen die Entwicklung der Symptomatik. Beziehung aufrechterhalten zu müssen, auch unter schmerzhaften Bedingungen, wird zur Überlebensstrategie.
Für Behandlungsteams ist es daher zentral, diese Zusammenhänge zu verstehen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, um belastende Beziehungsdynamiken nicht weiter zu verstärken, sondern im besten Fall korrigierend zu wirken. Fachliches Wissen und konkrete Handlungsmöglichkeiten helfen dabei, aus Kreisläufen von Hilflosigkeit und Frustration auszusteigen und handlungsfähig zu bleiben.
Dieses Seminar unterstützt die Teilnehmenden dabei, ein vertieftes Verständnis für diese Zusammenhänge zu entwickeln und einen sichereren, reflektierten Umgang im Pflege- und Betreuungsalltag zu finden – insbesondere im Kontext von Beziehungsgestaltung, selbstverletzendem Verhalten, Suizidalität, Dissoziationen und starken Affektzuständen.
Inhalte
Theoretische Grundlagen der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung (Borderline-Typ)
Psychotraumatologische Zusammenhänge
Grundlagen professioneller Kommunikation
Beziehungsgestaltung im Umgang mit Borderline-Patient*innen
Bedeutung von Regeln und klaren Absprachen
Stabilisierung als zentrales Aufgabenfeld
Stabilisierungstechniken
Distanzierungs- und Achtsamkeitsübungen
Stressabbau durch Skills aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie (nach Linehan/Bohus)
Triggeridentifikation und Krisenintervention bei
selbstverletzendem Verhalten
Suizidalität
Fallbesprechungen aus der Praxis der Teilnehmenden
Entwicklung einer hilfreichen, professionellen Haltung unter Berücksichtigung des eigenen Arbeitsstils
Selbstfürsorge
Rahmenbedingungen
Inhouse-Schulung
Max. 20 Teilnehmende
Dauer: 2 × 1 Tag à 8 Unterrichtsstunden
Format in Präsenz oder digital
Zielgruppe: Mitarbeitende des Pflege- und Erziehungsdienstes, Mitarbeitende aus den therapeutischen Diensten, Ärztinnen und Ärzte, Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen
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Menschen mit geistiger Beeinträchtigung haben ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens belastende oder traumatische Erfahrungen zu machen. Gewalt, Vernachlässigung, Ausgrenzung oder wiederholte Erfahrungen von Ohnmacht können tiefgreifende Spuren hinterlassen.
Die Folgen solcher Erfahrungen zeigen sich jedoch häufig nicht in den „klassischen“ Symptomen, sondern eher in herausforderndem Verhalten, starken emotionalen Reaktionen, Rückzug oder Schwierigkeiten in der Selbstregulation. Für Fachkräfte ist es deshalb oft nicht leicht, traumabedingte Dynamiken zu erkennen und einzuordnen.
Diese Fortbildung möchte für mögliche Traumafolgestörungen bei Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sensibilisieren und ein grundlegendes Verständnis für deren Auswirkungen vermitteln. Ziel ist es, Verhalten besser zu verstehen und im pädagogischen und betreuerischen Alltag angemessen darauf reagieren zu können.
Mögliche Inhalte
traumatische Erfahrungen und mögliche Traumafolgestörungen
besondere Vulnerabilitäten von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung
mögliche Ausdrucksformen von Belastung und Trauma
Zusammenhang von Trauma und herausforderndem Verhalten
Bedeutung von Sicherheit, Beziehung und Stabilität
traumasensible Haltung im Arbeitsalltag
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Ein großer Teil der Patient*innen in der forensischen Psychiatrie hat in der eigenen Lebensgeschichte traumatische Erfahrungen gemacht. Diese prägen nicht nur das emotionale Erleben, sondern auch Verhalten, Beziehungsmuster und den Umgang mit Stress und Konflikten.
Im Arbeitsalltag begegnen Fachkräfte daher häufig komplexen und herausfordernden Situationen. Ein Verständnis für traumabezogene Dynamiken kann helfen, Verhalten besser einzuordnen und professionell darauf zu reagieren.
Die Fortbildung vermittelt Grundlagen zum Thema Trauma im Kontext der forensischen Psychiatrie und zeigt Möglichkeiten auf, wie ein traumasensibler Umgang im Alltag gelingen kann.
Mögliche Inhalte
Grundlagen zu Trauma und Traumafolgen
Trauma, Bindung und Beziehungsgestaltung
Dynamiken von Gewalt, Kontrolle und Ohnmacht
Trigger und Eskalationsdynamiken
Handlungsmöglichkeiten im Stationsalltag
professionelle Haltung und Selbstfürsorge
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Helfende Berufsgruppen wie Feuerwehr, Rettungsdienst, Therapeutinnen, Psychologinnen, Ärztinnen, Pflegekräfte, Sozialarbeiterinnen und weitere Fachkräfte sind in ihrer Arbeit häufig mit schweren Schicksalen, Leid und existenziellen Krisen anderer Menschen konfrontiert. Diese Nähe zu belastenden Erfahrungen wirft die Frage auf, wie Helfer*innen mit diesen Eindrücken umgehen und was sie benötigen, um langfristig gesund zu bleiben.
Während es einigen gelingt, sich nach der Arbeit gut abzugrenzen, entwickeln andere im Laufe der Zeit selbst Symptome einer Traumatisierung. Diese entstehen häufig schleichend, unbemerkt oder unbewusst und können sowohl den beruflichen Alltag als auch das private Leben erheblich beeinträchtigen.Dieses Seminar widmet sich dem Phänomen der sekundären Traumatisierung, auch bekannt als Mitgefühlserschöpfung oder Compassion Fatigue. Sie stellt ein ernstzunehmendes Berufsrisiko im psychosozialen und medizinischen Arbeitsfeld dar. Umso wichtiger ist es, präventiv hinzuschauen und Möglichkeiten zu entwickeln, die eigene psychische Gesundheit zu schützen.
Die berufliche Realität erfordert häufig eine emotionale Distanzierung von belastenden Situationen. In der Arbeit mit traumatisierten Menschen gelingt dies jedoch nicht immer. Um langfristig handlungsfähig zu bleiben, braucht es Wissen, Selbstwahrnehmung und konkrete Strategien im Umgang mit Belastung.
Die Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit von Helferinnen ist dabei kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil professioneller Arbeit. Sie ist sowohl eine individuelle Aufgabe als auch eine Verantwortung der Organisationen, in denen Helferinnen tätig sind.
Dieses Angebot schafft Raum für Reflexion, Entlastung und praktische Unterstützung mit dem Ziel, mentale und emotionale Gesundheit im helfenden Beruf nachhaltig zu stärken.
Mögliche Inhalte des Fürsorgetages
Fachinformationen zur sekundären Traumatisierung
Anzeichen von Überbelastung erkennen und frühzeitig gegensteuern
Konkrete Anleitung zur Stressreduktion
Handwerkszeug im Umgang mit
akuter Angst
Niedergeschlagenheit
Schlafstörungen und belastenden Gedanken
Praktisches Üben von Selbsthilfe- und Selbstfürsorgestrategien
Entlastung und Stabilisierung durch Austausch
Rahmen
Inhouse-Coaching / Fürsorgetag
Umfang und Intensität werden individuell an die Bedürfnisse und Wünsche des Teams angepasst
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In der Pflege, sei es in Psychiatrien, Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen, erleben Pflegekräfte häufig gewalttätige Übergriffe. Es ist beständig, dass wir uns nicht nur mit verbalen Angriffen, sondern auch mit physischen Übergriffen von Patienten, Angehörigen oder anderen Besuchern auseinandersetzen müssen. Diese Angriffe führen oft zu schweren Verletzungen und langfristigen Schäden, sei es physisch oder psychisch. Als Pflegekräfte ist es wichtig, nicht nur fachgerecht zu handeln, sondern auch angemessen auf Gewalt zu reagieren. Nach traumatischen Erfahrungen können extreme Gefühle von Hilflosigkeit und Verzweiflung auftreten. Die posttraumatische Belastungsstörung, die daraus resultieren kann, ist eine natürliche Reaktionen unseres Organismus, die evolutionär bedingt ist, um unser Überleben zu sichern.
Es ist eine Herausforderung, mit traumatisierten Kolleginnen und Kollegen umzugehen. Die erste Unterstützung durch Kollegen in den ersten 48 Stunden nach einem möglicherweise traumatischen Ereignis ist von entscheidender Bedeutung. Diese schnelle Hilfe vor Ort, sei es durch Zuhören oder das Entfernen der Situation, kann dazu beitragen, das Risiko einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu mindern. Dabei gilt es, die Bedeutung des Erlebten anzuerkennen und gleichzeitig neue Wege aufzuzeigen, um Sicherheit, Selbstbestimmung und Kontrolle zurückzugewinnen.
Dieses Seminar bietet die Chance, tiefergehende Einblicke in die Auswirkung von Gewalt in der Pflege zu gewinnen und praktische Ansätze zur Bewältigung von Traumafolgen zu erlernen.
Inhalte:
• Theoretische Grundlagen der Psychotraumatologie
• Grundlagen der Kommunikation
• Bedeutung der Validierung / Anerkennung des Leidens
• Stabilisierung als zentrales Aufgabenfeld: Durchführung von Stabilisierungstechniken, Distanzierungsübungen und Achtsamkeitsübungen
• Besprechung von Fallbeispielen der TeilnehmerInnen
• Entwicklung einer helfenden Haltung unter Beachtung des eigenen Stils
• Erfahrungsaustausch
• Selbstfürsorge und Psychohygiene
Inhouse Schulung
Max. 20 TeilnehmerInnen
Zeitumfang: Tagesveranstaltung ( 8UE)
Zielgruppe: Die Fortbildung richtet sich an alle interessierten MitarbeiterInnen
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Forschungsergebnisse zeigen, dass ein überstandener Schlaganfall, Herzinfarkt oder andere lebensbedrohliche Erkrankungen bei Betroffenen eine Traumafolgestörung auslösen können. Traumatische Erfahrungen entstehen insbesondere in Situationen extremer Ohnmacht und Verzweiflung, wie sie bei akuter Lebensbedrohung häufig auftreten.
In der Folge kann sich ein Vertrauensverlust in die Unversehrtheit des eigenen Körpers entwickeln, ebenso wie Zweifel an der Wirksamkeit medizinischer Behandlungen oder an den handelnden Personen. Hinzu kommt oftmals eine tiefsitzende Angst vor einer Wiederholung der traumatischen Erfahrung. Im somatischen Kontext kann dies zu erheblichen Schwierigkeiten führen – etwa wenn notwendige MRT-Untersuchungen aufgrund von Panik nicht durchgeführt werden können, Blutentnahmen zur Belastungsprobe werden oder lebenswichtige Operationen und Therapien verweigert werden. Ein weiterer zentraler Aspekt ist der Umgang mit Angehörigen. Auch sie erleben die Situation häufig als hochgradig belastend und können durch das Gefühl von Hilflosigkeit traumatisiert werden. Dies gilt ebenso für Pflegekräfte und medizinisches Personal, die in diesen emotionalen Extremsituationen dauerhaft gefordert sind.
Dieses Seminar unterstützt dabei, die wesentlichen Zusammenhänge zwischen Somatik und Trauma zu verstehen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, um potenziellen Traumatisierungen im Klinikalltag entgegenzuwirken. Traumasensibilität eröffnet Lösungswege, mit denen durch kleine Interventionen – wie transparente Aufklärung oder die Förderung von Kontrollerfahrungen – eine große Wirkung erzielt werden kann.
Die Teilnehmenden lernen, durch gezielte Einflussnahme das eigene Hilflosigkeitsempfinden zu reduzieren und vorhandene Ressourcen bewusster wahrzunehmen. Ziel ist es, die wichtigen Beiträge sichtbar zu machen, die Fachkräfte bereits im Arbeitsalltag zur Verhinderung von Traumafolgestörungen leisten – und künftig noch leisten können.
Inhalte
Einführung in die Grundlagen der Psychotraumatologie
Posttraumatische Belastungsstörung als Erkrankung
Fachinformationen zur sekundären Traumatisierung
Anzeichen von Überbelastung erkennen und frühzeitig gegensteuern
Stabilisierung als zentrales Aufgabenfeld
Stabilisierungstechniken
Distanzierungsübungen
Achtsamkeitsübungen
Besprechung von Fallbeispielen der Teilnehmenden
Entwicklung einer hilfreichen, professionellen Haltung unter Berücksichtigung des eigenen Stils
Selbstfürsorge und Psychohygiene
Rahmenbedingungen
Inhouse-Schulung
Max. 20 Teilnehmende
Zeitumfang: Tagesveranstaltung (8 Unterrichtsstunden)
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an alle interessierten Mitarbeitenden im Krankenhaus, insbesondere aus Pflege, medizinischen Diensten und angrenzenden Arbeitsbereichen.
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Haltung entwickeln – gemeinsam handlungsfähig bleiben
Die professionelle Arbeit mit Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben und sichtbar leiden, stellt für Fachkräfte eine besondere Herausforderung dar. Die oft erschütternden Schicksale berühren persönlich und können die eigenen Kräfte sowie die Fähigkeit, hilfreich zu handeln, an Grenzen bringen.
Hilfreich sind Strategien, die sowohl den einzelnen Mitarbeitenden als auch das Team als Ganzes stärken. Immer wieder zeigt sich dabei: Das Team ist eine der wichtigsten Ressourcen, wenn es darum geht, Menschen professionell zu begleiten, die uns an unsere persönlichen Grenzen führen.
Das traumasensible Teamcoaching orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmenden und greift das Konzept zielgruppenorientierter Interventionen auf. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer gemeinsamen, traumasensiblen Haltung, die Sicherheit, Orientierung und gegenseitige Unterstützung im Arbeitsalltag ermöglicht.
Das Coaching basiert auf zwei zentralen Säulen:
Psychoedukation (Grundlagen der Psychotraumatologie)
Anleitung zur Selbsthilfe und Selbstfürsorge
Abhängig vom Informationsstand und der aktuellen Bedarfslage des Teams werden zudem Grundlagen zu Stress- und Belastungsreaktionen vermittelt. Selbstwahrnehmungsübungen unterstützen dabei, eigene Grenzen besser zu erkennen. In Verbindung mit stressausgleichenden Maßnahmen kann so die Arbeitsfähigkeit langfristig erhalten und gestärkt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Würdigung der eigenen Leistungen und der gemeinsamen Sinngebung der Arbeit. Dies fördert nicht nur die Arbeitszufriedenheit, sondern stärkt auch den Zusammenhalt im Team. Ziel des Teamcoachings ist es, Mitarbeitende zu befähigen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu entlasten.
Ziele des Teamcoachings
Verbesserung des Umgangs mit psychischen Belastungen im Arbeitsalltag
Entwicklung individueller und gemeinsamer Strategien
Prävention möglicher psychischer Störungen und Erkrankungen
Erhaltung der Arbeitsfähigkeit
Steigerung der Arbeitszufriedenheit
Mögliche Themen im Teamcoaching
Fachwissen und Aufklärung zur sekundären Traumatisierung
Förderung eines offenen Miteinanders und gegenseitigen Verständnisses
z. B. durch Befindlichkeitsrunden im Team
Raum für das unzensierte Schildern belastender Situationen
Entpathologisierung durch Austausch (z. B. Anspannung benennen dürfen)
Eigene Grenzen wahrnehmen und verbalisieren
Erlernen von Abgrenzungsstrategien
Selbstfürsorge im Teamkontext
Rahmen
Inhouse-Coaching
Zeitumfang: nach Absprache
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Traumasensibler Umgang mit Onlineviktimisierung
Die Digitalisierung ist längst Teil aller Lebensbereiche geworden – und damit auch Teil der psychischen Realität vieler Patient*innen. Insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bewegen sich selbstverständlich in digitalen Räumen, die neben Chancen auch erhebliche Risiken bergen. Diese Fortbildung setzt sich mit der klinischen Relevanz sogenannter Cybertraumata auseinander.
Fachkräfte in Psychiatrie und Psychotherapie stehen zunehmend vor der Herausforderung, digitale Formen von Traumatisierung in ihrer Arbeit zu berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem Cybermobbing, Cybergrooming, Online-Belästigung sowie die Konfrontation mit extremen Inhalten wie Gewalt- oder Suizidvideos. Solche Erfahrungen können tiefgreifende Auswirkungen auf das emotionale Erleben, die soziale Entwicklung und die psychische Gesundheit haben. Nicht selten zeigen sich Symptome, die klassischen Traumafolgestörungen ähneln oder mit ihnen einhergehen.
Diese Fortbildung vermittelt ein grundlegendes Verständnis dafür, wie digitale Traumatisierungen entstehen und wie sie sich äußern können. Ziel ist es, Fachkräften mehr Sicherheit im sensiblen Umgang mit Betroffenen zu geben und Handlungsmöglichkeiten für den beruflichen Alltag zu entwickeln.
Inhalte
Begriffsklärung: Was ist ein Cybertrauma und wie entsteht es?
Relevante digitale Risikofaktoren
Erscheinungsformen digitaler Traumatisierung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Sensibler und traumasensibler Umgang mit Betroffenen im Alltag
Möglichkeiten der Unterstützung, Stabilisierung und Begleitung
Prävention und Gesprächsführung im digitalen Kontext
Ziel der Fortbildung
Ziel ist es, Fachkräften Orientierung und Handlungssicherheit im Umgang mit den Herausforderungen der digitalen Welt zu vermitteln. Im Fokus stehen Prävention, traumasensible Gesprächsführung sowie alltagsnahe Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene.
ÜBER DIANA KONRADS
Diana Konrads
“Menschen mit Verständnis, Respekt und einer wertschätzenden Haltung zu begegnen - das ist die Grundlage meiner Arbeit.”
Über mich
Traumasensibles Arbeiten ist für mich mehr als Fachwissen – es ist eine Haltung.
Menschen in belastenden Lebenssituationen zu begleiten und Fachkräfte in ihrem beruflichen Alltag zu stärken, ist seit vielen Jahren der Mittelpunkt meines beruflichen Weges.
Nach über 16 Jahren Klinikerfahrung und 12 Jahren zusätzlicher Lehrtätigkeit habe ich mich im Frühjahr 2022 bewusst dafür entschieden, mich vollständig auf deutschlandweite Inhouse-Fortbildungen, Supervisionen und Beratungen im Bereich der Psychotraumatologie zu konzentrieren.
Aus der Praxis. Für die Praxis.
Die Arbeit mit Menschen in belastenden Lebenssituationen und die Unterstützung derjenigen, die sie begleiten, ist für mich nicht nur ein fachliches Anliegen, sondern eine Herzensangelegenheit.
Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit ist das traumasensible Arbeiten in der Erwachsenenpsychiatrie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie das Verständnis und die Begleitung von Menschen mit Borderline-Symptomatik.
Auch heute bin ich kontinuierlich in Supervisionen, Beratungen und Fortbildungen tätig. Der enge Austausch mit Fachkräften, Teams und Einrichtungen sorgt dafür, dass meine Veranstaltungen wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig nah an den Herausforderungen des Berufsalltags bleiben.
Dass mich zahlreiche Kliniken und Einrichtungen seit vielen Jahren regelmäßig mit Fortbildungen, Supervisionen und Beratungen beauftragen, empfinde ich als große Wertschätzung und als Ausdruck einer vertrauensvollen Zusammenarbeit.
Besonders bereichernd sind für mich langfristige Entwicklungsprozesse. So durfte ich unter anderem ein gesamtes Team einer Kinder- und Jugendpsychiatrie zunächst in einer traumasensiblen Grundhaltung qualifizieren und begleite die Mitarbeitenden bis heute supervisorisch. Solche nachhaltigen Veränderungsprozesse gemeinsam mit Teams gestalten zu dürfen, bedeutet mir besonders viel.
Neben meiner praktischen Tätigkeit engagiere ich mich auch fachlich und wissenschaftlich. Seit 2024 begleite ich als Supervisorin die Frauenforensik der LVR-Klinik Bedburg-Hau und wirke an der Entwicklung der S3-Leitlinie zur Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit. So fließen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in meine Fortbildungen ein.
Um auch Fachkräfte in somatischen Bereichen zu unterstützen, bin ich zudem Dozentin der ersten psychokardiologischen Fortbildung für Pflegende in Deutschland. Gemeinsam mit dem Klinischen Betrieb Trier und Völklingen sowie der Arbeitsgemeinschaft 30 für Psychosoziale Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie wurde dieses Weiterbildungsangebot entwickelt.
Eine besondere Ehre war für mich die Berufung in die Jury des O-Mamori Awards 2026 von Daiichi Sankyo. Die Möglichkeit, Projekte auszuzeichnen, die Menschen stärken und schützen, war für mich eine bereichernde Erfahrung und passt in besonderer Weise zu meiner Überzeugung, dass traumasensibles Arbeiten immer auch bedeutet, Menschen mit Verständnis, Respekt und einer wertschätzenden Haltung zu begegnen.
Ich freue mich darauf, auch Sie und Ihr Team mit fachlicher Expertise, langjähriger Erfahrung und einer traumasensiblen Haltung zu begleiten.
REFERENZEN
Auszug Empfehlungsschreiben
Alexianer Institut für Fort- und Weiterbildung Berlin & Münster
LVR Akademie für seelische Gesundheit
LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen
Kooperationen
Alexianer Institut für Fort- und Weiterbildung Berlin
Alexianer Institut für Fort- und Weiterbildung Münster
Alexianer Institut für Psychotraumatologie
Bildungsinstitut der Barmherzigen Brüder Trier
Bildungszentrum Helios Standort Leipzig
Diakonie-Institut für berufliche Bildung
Diakonie Rhein-Kreis Neuss e.V.
Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege
DRK Zentrum für Jugend & Inklusion Borken
Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach
Ev.Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn
Fliedner Krankenhaus Neunkirchen
Forensische Psychiatrie - LVR-Klinik Bedburg- Hau
Gesellschaft zur Förderung des HerzZentrums Saar e.V.
Katharina Kasper ViaNobis GmbH
Klinikum Aschaffenburg-Alzenau
LVR Akademie für seelische Gesundheit
LVR-Universitätsklinikum Essen
LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen
MediClin Klinik an der Lindenhöhe
schwerelos gUG Schulbegleitung-Integrationshilfe
St.Marien-Hospital Borken - Klinikum Westmünsterland
Supervisionsleistungen für die LVR-Kliniken und den LVR-Verbund HPH
Aktuelle Publikationen
Psychokardiologie für Pflegende Universitätsklinik Köln
Anmeldungen: pflegefortbildung@herz-ohne-stress.de
Der Workshop Psychokardiologie richtet sich an Pflegefachpersonen, die den engen Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychischen Störungen verstehen und gezielt darauf reagieren möchten.
Sie lernen, psychische Komorbiditäten wie Depressionen frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Interventionen, wie Atem- und Achtsamkeitsübungen, effektiv zu handeln. Stärken Sie Ihre Fähigkeiten und unterstützen Sie Ihre Patienten optimal!
Datum/Uhrzeit: Montag, 31.08.2026, 9:00 Uhr bis Dienstag, 01.09.2026 ca. 16:00h
Zielgruppe: Pflegende in kardiologischen / herzchirurgischen Kliniken & Praxen
Veranstalter: Psychisch belastete Herzpatienten e. V.
Veranstaltungsort: Universitätsklinik Köln Lindenburg Akademie für Pflegeberufe
Teilnahmegebühren: 350 €
Einen Artikel des saarländischen Wochenspiegels über die Fortbildung finden Sie hier.